Muskelschmerzen – was kann man dagegen tun?

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Muskelschmerzen – was kann man dagegen tun?

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Maren Baumgarten

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Es brennt in der Wade, der Nacken ist verspannt oder der Muskelkater zwickt. Doch was tun bei Muskelschmerzen? Diese Frage hat sich wohl jeder schon mal gestellt. Wir zeigen Ihnen einfache Hausmittel gegen die Schmerzen und wann Sie zu einem Arzt sollten.

Muskelkater, Muskelkrämpfe oder auch chronische Schmerzen sind nicht nur nervig, sondern auch belastend. Mit einfachen Tricks wie einem wärmenden Bad lassen sich die Beschwerden häufig schon lindern. Doch es gibt noch mehr, was gegen Verspannungen und Co. hilft.

Ursachen für Muskelschmerzen

Wissen kompakt: Muskelschmerzen haben verschiedene Ursachen. Zum Teil sind sie harmlos und verschwinden nach einigen Tagen von allein, andere mögliche Ursachen sollten ärztlich behandelt werden.

Unser Körper hat in etwa 650 Muskeln. Jeder von ihnen kann uns prinzipiell Schmerzen und Probleme bereiten. Doch am häufigsten sind Muskeln im Bereich des Nackens, der Schultern oder am Rücken betroffen. 

In der Medizin werden Muskelschmerzen Myalgie genannt. Sie können sich stechend, krampfartig, ziehend, brennend oder drückend äußern. Entweder sind die Muskelschmerzen akut, das bedeutet, sie kommen plötzlich und heftig, aber verschwinden auch wieder oder sie sind chronisch. So unterschiedlich wie die Muskelschmerzen sein können, so vielfältig sind auch ihre Ursachen. 

Wir zeigen Ihnen die häufigsten Gründe für Muskelschmerzen:

Muskelschmerzen durch einen Nährstoffmangel

Muskeln benötigen wie jedes Gewebe eine ganze Menge an Nährstoffen. Viele Sportler kennen das Problem von Muskelkrämpfen. Häufig ist die Ursache hierfür fehlendes Magnesium. Aber auch zu wenig Kalzium lässt die Muskeln verkrampfen und kann Muskelschmerzen verursachen. Fehlt dem Körper der Mineralstoff Eisen, dann äußert sich dies in Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Muskelschmerzen. Also ist auch Eisen ein wichtiger Baustein für eine gesunde Muskulatur. Zudem ist von Vitamin B12 und Vitamin D bekannt, dass es bei einem Mangel ebenfalls zu Problemen in den Muskeln kommen kann.

Muskelschmerzen Tipps

Eine gesunde Ernährung versorgt Ihren ganzen Körper und entsprechend die Muskeln mit allen wertvollen Vitalstoffen und kann so dazu beitragen Muskelschmerzen vorzubeugen. Gerade bei älteren Menschen kann die Nährstoffversorgung durch fehlenden Appetit oder einen erhöhten Bedarf nicht immer ausreichend sein. Gleiches gilt für Menschen, die sehr viel Sport treiben. Für sie kann eine Ergänzung nützlich sein, wie etwa der Nährstoffdrink von baustein.  Gerade für ältere Menschen oder welche, die viel Sport treiben, kann der Nährstoffdrink die Versorgung erleichtern. In dem Drink stecken Vitamin D, Kalzium und 24 g Eiweiß. Mit Eiweiß tragen Sie zusätzlich aktiv zum Erhalt Ihrer Muskelmasse bei.

Schmerzen durch Muskelverletzungen

Beim Sport können kleine Verletzungen im Muskel entstehen. Das typische Symptom ist Muskelkater, der harmlos ist und wenige Stunden nach intensiver sportlicher Betätigung einsetzt. Anschließend gehen die Muskelschmerzen in der Regel auch von allein wieder weg. 

Doch die Muskulatur kann auch gravierender verletzt werden. Prellungen, Zerrungen, Muskelfaserrisse oder sogar ein kompletter Muskelriss sind möglich. Häufig entstehen solche Verletzungen, wenn man sich vor dem Sport nicht richtig aufgewärmt hat. 

Reißt der Muskel, dann wird dies durch einen Bluterguss und stechende Schmerzen bemerkt. In diesem Fall sollten Sie schnell handeln. Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung sind Erst-Hilfe-Maßnahmen. Ein Arzt kann anschließend die Therapie bestimmen.

Muskelschmerzen durch Verspannungen und Fehlbelastung

Eine falsche Sitzposition am Schreibtisch, Fehlhaltungen oder fehlende Bewegung können zu ziehenden oder leicht stechenden Schmerzen führen. Meist sind Schulter, Nacken oder der Rücken von diesen Muskelschmerzen durch Verspannungen betroffen. Sie lassen sich mit einer richtigen Sitzposition und Bewegung vorbeugen.

Ist eine falsche Körperhaltung die Ursachen für die Muskelschmerzen, dann können die Symptome zum Beispiel durch Einlagen gelindert werden. Das beste Mittel gegen Muskelschmerzen ist in diesem Fall gezieltes Kraft- und Beweglichkeitstraining, das die Fehlhaltung behebt. Dieses Training führen Sie am besten gemeinsam mit einem  Physiotherapeuten behandelt durch. Durch Verspannungen und Fehlbelastung können aus akuten Scherzen auch chronische Muskelschmerzen werden. Dies sollten Sie durch rechtzeitiges Handeln vermeiden.

In unserer Übungs-Bibliothek finden Sie Inspiration für viele Kraft- und Beweglichkeitsübungen, die Sie einfach zu Hause durchführen können. 

Muskelschmerzen durch Infektionen

Während einer Erkältung oder Grippe können Gliederschmerzen auftreten, die manchmal sogar den gesamten Körper betreffen. Ursächlich hierfür ist, dass durch die Infektabwehr das Schmerzempfinden herabgesetzt wird. Aber auch wenig Bewegung und viel Zeit im Bett während einer Grippe begünstigen Verspannungen. 

Hierbei handelt es sich um akute Muskelschmerzen, die nach dem Infekt wieder verschwinden. Anders sieht es bei dem Erreger der Borreliose aus, sprich nach einem Zeckenbiss. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufzusuchen.

Muskelschmerzen durch Erkrankungen

Zu den möglichen Ursachen für Schmerzen in den Muskeln zählt eine ganze Reihe von Erkrankungen. Zum Teil verursachen sie sogar chronische Muskelschmerzen und können den ganzen Körper betreffen. Hier sind beispielsweise Diabetes mellitus, Rheuma, eine gestörte Schilddrüsenfunktion, Morbus Parkinson und ein Bandscheibenvorfall zu nennen. Bei der Fibromyalgie (chronische Schmerzerkrankung) sind Muskelschmerzen häufig sogar das Leitsymptom. Weitere mögliche Ursachen können nicht nur die Erkrankung an sich sein, sondern auch Medikamente oder Impfungen. Statine sind Medikamente, die zur Senkung des Cholesterinspiegels eingenommen werden. Auch sie können Schmerzen in der Muskulatur verursachen.

10 Hausmittel und Tipps gegen Muskelschmerzen

Wissen kompakt: Je nachdem, ob Sie akute oder chronische Muskelschmerzen haben, sind einige Tipps nützlich, um diese zu lindern. Eine  akute Muskelverletzung sollte mit Kälte und Schonung behandelt werden. Chronische Schmerzen hingegen mit Wärme, sanfter Bewegung, innerer Ruhe, Magnesium und mehr.

Bei akuten Schmerzen durch Muskelverletzungen muss schnelle Hilfe her. Hier gilt: Stopp, Schonung, Kompression, Kälte und hochlagern. Bei chronischen Schmerzen, Muskelkater, Verspannungen und Gliederschmerzen können einige der unten genannten Hausmittel hilfreich sein.

Da es sich hierbei um altbewährte Tipps und nicht um eine medizinische Therapie handelt, ist die Wirksamkeit auch nicht immer wissenschaftlich belegt. Sollten Sie über eine längere Zeit Schmerzen haben, ist ein Besuch beim Arzt nötig, um die Ursache zu klären und eventuell eine Schmerztherapie einzuleiten. Bei Symptomen wie Muskelkater oder Verspannungen sind diese Hausmittel jedoch Gold wert:

1. Wärme

Egal, ob Wärmflasche, Körnerkissen oder Entspannungsbad: Durch die Wärme entspannen sich unsere Muskeln und Schmerzen sowie Verspannungen können reduziert werden. Die Wärme sorgt dafür, dass die Muskulatur besser durchblutet wird. Dieser Tipp ist besonders nützlich bei Verspannungen, Muskelkater und Gliederschmerzen. Bei einem Muskelfaserriss oder einer ähnlichen Verletzung, ist Wärme für den Muskel eher ungeeignet.

Muskelschmerzen Tipps

2. Sanfte Bewegung

Verletzte Muskeln benötigen eine Pause. Aus diesem Grund sollten Sie intensiven Sport bei Schmerzen vermeiden. Leichte Bewegung kann je nach Art der Muskelschmerzen hilfreich sein. Sanfte Bewegungsübungen wie Faszientraining können Verspannungen lockern.

3. Innere Ruhe

Steht der ganze Körper ständig unter Strom, dann benötigen Sie eine Pause. So können sich Ihre Muskeln entspannen und die Schmerzen reduziert werden. Autogenes Training oder Atemübungen können ein Weg zur inneren Ruhe und gegen Verspannungen sein.

4. Magnesium

Wer unter Muskelkrämpfen leidet, dem kann Magnesium helfen. Sie können den Mineralstoff als Erste Hilfe in Form von Nahrungsergänzungsmittel zuführen. Noch besser ist, langfristig  bewusst mehr magnesiumreiche Lebensmittel in Ihren Speiseplan einzubauen. Geeignete Quellen sind magnesiumreiches Mineralwasser, Vollkornprodukte, Kakao und Kürbiskerne.

5. Gewürze

Einige Gewürze wie Ingwer, Kurkuma oder Cayennepfeffer sollen durch ihre sekundären Pflanzenstoffe Entzündungen lindern und so Muskelschmerzen reduzieren können. Cayennepfeffer wird sogar nachgesagt, dass es wie ein natürliches Schmerzmittel wirkt. Verwenden Sie diese Gewürze einfach beim täglichen Kochen. So können Sie auch gleichzeitig Salz sparen, denn die Gewürze verleihen den Gerichten ein köstliches Aroma.

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6. Franzbranntwein

Dieses Hausmittel ist wohl ein echter Klassiker bei Muskelschmerzen. Verantwortlich für den wohltuenden Effekt ist sein Inhaltsstoff Campher. Er trägt zu einer besseren Durchblutung der Muskeln bei.

7. Ergonomischer Arbeitsplatz

Ein schlecht eingestellter Arbeitsplatz kann zu Muskelschmerzen führen, da er Verspannungen vor allem im Rücken und Nacken begünstigt. Stellen Sie daher Ihren Arbeitsplatz ergonomisch ein. Hierbei gibt es einiges zu beachten. Die Tischhöhe muss passend zu Ihrer Körpergröße und zum Schreibtischstuhl sein, die Armlehnen und die Tastatur sollten auf Ihre Armlänge abgestimmt sein und vieles mehr. Einige Dinge können Sie selbst verändern, bei anderen können Sie Ihren Arbeitgeber um Nachbesserung bitten.

8. Selbstmassage

Eine professionelle Massage ist natürlich das Ideal, jedoch nicht bei jeder kleinen Verspannung und Muskelkater nötig. Sie können Ihre Muskeln auch selbst massieren und lockern. Hierfür gibt es zusätzlich kleine Hilfsmittel wie eine Faszienrolle oder ein Massageball.

9. Wickel und Kompressen

Durch verschiedene Wickel und Kompressen können Sie Schmerzen und Verspannungen reduzieren. Meist geben sie entspannende Wärme ab oder enthalten ätherische Öle, die ebenfalls die Muskulatur beruhigen. Beispiele hierfür sind Bienenwachs- sowie Leinsamenkompressen, Kartoffel- und Ingwerwickel. 

Sollte Ihnen die Wärme der Wickel oder Kompressen unangenehme sein, nehmen Sie diese wieder ab. Es gibt Krankheiten wie neurologische Beschwerden, bei denen Sie diesen Tipp nicht anwenden sollten. Sprechen Sie dies im Zweifel mit Ihrem behandelnden Arzt ab.

10. Vorsorge

Das beste Hausmittel gegen Muskelschmerzen ist Prävention. Dies können Sie mit Alltagsbewegung, Übungseinheiten für die Rücken- und Nackenmuskulatur, regelmäßige Entspannung, einer gesunden Ernährung und aufwärmen beim Sport. 

Einfache Übungen für Ihr Training zu Hause zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Bewegung. Sie finden dort spezifische Übungen für den Oberkörper, Unterkörper oder welche, mit denen Sie Kraft und Beweglichkeit für den ganzen Körper trainieren.

Zu den Bewegungsübungen

Behandlung von Muskelschmerzen

Wissen kompakt: Je nach Ursache für Ihre Muskelschmerzen ist eine unterschiedliche Behandlung nötig. Ihr Arzt wird entsprechende Untersuchungen durchführen und nötige Maßnahmen einleiten. 

Ein einfacher Muskelkater muss nicht medizinisch behandelt werden. Haben Sie jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg Muskelschmerzen, kennen den Grund für diese nicht oder besteht ein Verdacht auf eine Verletzung der Muskulatur, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. 

Dieser wird Ihre Muskelschmerzen untersuchen und eine geeignete Therapie vorschlagen. In den meisten Fällen erläutern Sie zunächst Ihre persönliche Gesundheitsbiografie. Dabei geht es auch um Fragen wie “Wie lange leiden Sie unter den Muskelschmerzen?” oder “ Treten die Muskelschmerzen in Ruhe oder bei Belastung auf?” Auf dieses Gespräch folgt dann eine körperliche Untersuchung.

Untersuchungen zur Diagnose von Muskelschmerzen

Für die Diagnose kann auch eine Blutuntersuchung, eine elektrophysiologische Untersuchung, ein Ultraschall, ein CT bzw. MRT oder eine Muskelbiopsie nötigt sein. Je nachdem, was die Ursache für die Muskelschmerzen ist, wird der Arzt eine Behandlung einleiten. Häufig ist die Schmerztherapie mit Schmerzmittel Teil davon. Bei einer Muskelverletzung erfolgt eventuell ein Verband oder eine Operation. Die genaue Abklärung der Ursache für die Muskelschmerzen ist erforderlich, um einige Krankheiten wie etwa Fibromyalgie oder Rheuma auszuschließen.

Muskelschmerzen Tipps

Behandlung von chronischen Muskelschmerzen

Bei chronischen Muskelschmerzen ist häufig auch eine langfristige Behandlung angebracht. Der Arzt kann Ihnen Massage, Physiotherapie, Elektrotherapie, Akupunktur und ähnliche Therapien verschreiben. Dies ist immer von den genauen Symptomen und Auslösern der Schmerzen abhängig. Die Hausmittel gegen Muskelschmerzen können dann zusätzlich zur medizinischen Behandlung helfen. Sprechen Sie diese im Zweifel mit Ihrem behandelnden Arzt ab.

Muskelschmerzen: alles auf einen Blick

  • Ursachen für Muskelschmerzen können unter anderem Nährstoffmangel, Verletzungen, Muskelverspannungen, Fehlhaltung, Infektionen, Erkrankungen oder Medikamente sein.

  • Bei Verletzungen der Muskeln sind Schonen, Kühlen, Kompression und Hochlegen hilfreich. 

  • Gegen chronischen Schmerzen, Muskelverspannungen, Gliederschmerzen und Muskelkater helfen Hausmittel wie Wärme, Selbstmassage, Wickel und Kompressen.

  • Bei Verletzungen, lang anhaltenden Muskelschmerzen und unbekannter Ursache geben ärztliche Untersuchungen Aufschluss. Eine mögliche Behandlung gegen die Muskelschmerzen können etwa eine Physiotherapie oder Akupunktur sein.



Quellen

https://focus-arztsuche.de/magazin/symptome/muskelschmerzen-ursachen-koennen-vielfaeltig-sein

https://www.netdoktor.de/symptome/muskelschmerzen/
https://eatsmarter.de/blogs/natuerlich-besser/muskelschmerzen-die-besten-hausmittel