Ist Eiweiß zur Regeneration Krankheit oder Operation sinnvoll?

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Nachgefragt: Kann Eiweiß zur Regeneration nach einer Operation oder langer körperlicher Inaktivität beitragen?

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Maren Baumgarten

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Ein Knochenbruch, ein Krankenhausaufenthalt oder auch eine Grippe können ganz schön an den Kräften zehren. Um danach schnell wieder auf die Beine zu kommen, haben sich Wissenschaftler die Effekte von Eiweiß zur Regeneration nach einer Operation oder langer körperlicher Inaktivität näher angeschaut.

Eiweiße sind wichtige Bausteine für den Körper. Unsere Muskulatur, Zellen, Teile des Immunsystems, einige Hormone und viel mehr kommen ohne den Nährstoff nicht aus. Doch benötigen wir ihn auch zur schnellen Rehabilitation während und nach Verletzungen oder Erkrankungen? Oder spielen dann andere Faktoren eine wesentlich größere Rolle?

Was ist die richtige Ernährung vor einer OP?

Wissen kompakt: Wer vor einer Operation auf eine gesunde Ernährung achtet, senkt sein Risiko für Komplikationen.

Bei geplanten Operationen können Sie schon zuvor etwas für eine schnelle Genesung tun. Denn tatsächlich hat der Ernährungszustand vor der OP einen Einfluss auf das Ergebnis. Sowohl mangelernährte als auch stark übergewichtige Menschen haben ein größeres Risiko für Komplikationen. 

Eiweiß zur Regeneration nach einer Operation

Diese Ernährungs-Tipps können die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen während und nach der Operation senken

  • kein bzw. wenig Alkohol vier bis sechs Wochen zuvor

  • Energiemangel vermeiden

  • Muskelschwund durch Eiweißmangel vermeiden, Muskelerhalt und -aufbau unterstützen

  • ausreichend Wasser trinken

  • Vitamin- und Mineralstoffmangel ausgleichen

  • keine Diät zur Gewichtsreduktion (außer, die Ärzte empfehlen explizit eine Eiweiß-Diät)

  • bei bestehender Mangelernährung soll die Kalorien-, Eiweiß- und Nährstoffzufuhr mindestens zehn Tage vor OP erhöht werden

  • im Vorgespräch besprochene mögliche Fastenstunden vor OP einhalten, meist ist eine tagelange Schonung vom Magen-Darm-Trakt, wie früher empfohlen, nicht mehr nötigt

Haben Sie keine Scheu, Ihren Arzt oder das Pflegepersonal nach der idealen Vorbereitung vor der OP zu fragen, denn häufig geht das Thema unter. Denken Sie auch schon an die Zeit danach, wenn Sie wieder nach Hause kommen. 

Haben Sie eiweißreiche Nahrung im Vorrat? Sie können beispielsweise einige Gerichte einfrieren. Joghurt und Quark halten sich im Kühlschrank auch mehrere Wochen und sind Lebensmittel mit reichlich Eiweiß. Zudem sind sie leicht verdaulich. Organisieren Sie vorab, ob Ihnen jemand im Anschluss bei den Einkäufen behilflich ist, denn nach vielen Eingriffen ist die Leistungsfähigkeit erst mal eingeschränkt und einfache Aufgaben eine große Herausforderung.

Die richtige Ernährung kann von Eingriff zu Eingriff etwas verschieden aussehen. Benötigen Sie hierbei mehr Unterstützung, kann eine Ernährungsberatung dabei helfen.

Hat die Eiweißzufuhr einen Einfluss auf die Wundheilung?

Wissen kompakt: Nach Verletzungen, Verbrennungen und OP-Wunden benötigt der Körper mehr Kalorien und Eiweiß, um eine schnelle Heilung des Gewebes sicherzustellen. 

Egal, ob äußerliche oder innerliche Wunden, um die Schutzfunktion der Haut und Schleimhäute wieder herzustellen, muss der Körper die Lücken verschließen. Hierfür müssen Zellen repariert und neu gebildet werden. Der Energie- und Eiweißbedarf steigt an, daher sollte Ihre Ernährung in dieser Phase der Erholung kalorien- und eiweißreich sein. 

Fehlen dem Körper hingegen die benötigten Bausteine, dann zögert sich die Wundheilung nicht nur hinaus, sondern es besteht ein größeres Risiko für Infektionen und chronische Wunden, die nicht mehr abheilen.

Nach einigen Operationen klagen Patienten über Appetitlosigkeit und Schmerzen beim Schlucken. Auch die Vollnarkose kann zu Übelkeit führen und so eine nährstoffreiche Ernährung erschweren. Leicht verdauliche Eiweißquellen sind daher zu empfehlen. Gerade flüssige Eiweißlieferanten wie beispielsweise Milch, Eiweißshakes oder falls nötig Trinknahrung hat sich für eine gute Wundheilung bewährt.

Eiweiß zur Regeneration nach einer Operation

Verursacht der Aufenthalt im Krankenhaus Muskelschwund?

Wissen kompakt: Patienten, die nur eine Woche ans Bett gefesselt sind, verlieren 20-25% Ihrer Muskelmasse. Dabei spielt diese besonders im Alter bei der Genesung und Vitalität eine tragende Rolle.

Etwa 15 Prozent der Patienten, die vor einer stationären Behandlung keinen Muskelschwund hatten, entwickeln diesen während des Krankenhausaufenthaltes. Es wird sogar vermutet, dass dieser sogar erst durch die medizinische Behandlung entsteht. Häufig liegt es daran, dass der Fokus in der Klinik auf die Therapie, nicht jedoch auf die Ernährung und Erhaltung der Muskelmasse gerichtet sind.

Auch in Reha-Einrichtungen wird sowohl Mangelernährung als auch Sarkopenie (Muskelschwund) häufig beobachtet. Bei älteren Patienten beträgt die Prävalenz für Sarkopenie in einer solchen Einrichtung sogar 40 bis 46,5 Prozent. Noch bis vor einigen Jahren war das Interesse der Ärzte und Wissenschaftler hierzu sehr gering. Das ändert sich glücklicherweise nach und nach. 

Es lohnt sich also, selbst etwas für die Ernährung und insbesondere die Deckung des Eiweißbedarfes im Rahmen der Regeneration zu tun. Im Genesungsprozess benötigt der Körper bis zu 2 Gramm Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht.

Eiweiß zur Regeneration nach einer Operation

Wie ist der Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Eiweiß

Wissen kompakt: Ohne Belastung nimmt die Muskelkraft und -masse ab. Wer schnell wieder fit sein möchte, sollte daher die Muskulatur optimal beim Aufbau unterstützen.

Ganz unabhängig der Ursache: Wer sich nicht bewegt, baut nach und nach Muskeln ab. Denn der Körper erhält kein Gewebe, welches nicht genutzt wird und viel Energie verbraucht. Wer schon mal einen Gips hatte, kennt diesen Effekt zu gut. Nach der mehrwöchigen Schonung im Gips ist der Arm oder das Bein kaum wieder zu erkennen.

Zudem dienen die Muskeln als Eiweißquelle, wenn die Versorgung mit dem Nährstoff ohnehin schlecht ist. Wer zu wenig Eiweiß ist, baut also noch mehr Muskeln ab.

Um nach einer Operation oder langen Erkrankung schnell wieder auf die Beine zu kommen, ist Eiweiß daher der Schlüssel zu neuer Energie. Mit einer eiweißreichen Ernährung versorgen Sie Ihren Körper mit dem wichtigsten Baustein für den Erhalt und die Zunahme der Muskelmasse. Idealerweise in Verbindung mit einem Rhea-Sport-Programm.

Erholen sich die Muskeln schnell, dann haben Sie auch schnell wieder Kraft und können die Aufgaben des Alltags eigenständig erledigen. Auch Ihr Wohlbefinden und Immunsystem profitieren von einer gesunden, eiweißreichen Ernährung. Sobald Sie können, unterstützt körperliches Training diesen Effekt noch weiter.

Eiweiß zur Regeneration nach einer Operation

Lesetipps rund ums Thema Eiweiß und Muskeln:

Eiweißreiche Ernährung nach körperlicher Inaktivität: Alles auf einen Blick

  • Volle Nährstoffspeicher spielen eine entscheidende Rolle bei der schnellen Genesung nach einer Operation. Bereiten Sie sich deshalb bei einem geplanten Eingriff gut vor.

  • Verletzungen, Verbrennungen und Co. heilen schneller und besser, wenn dem Körper nötige Bausteine zur Verfügung stehen. Der Kalorien- sowie Eiweißbedarf steigt in dieser Zeit an und sollte durch nährstoffreiche Lebensmittel ausgeglichen werden.

  • Muskelschwund ist keine Seltenheit in Kliniken. Für eine optimale Genesung jedoch äußerst ungünstig. Mit einer eiweißreichen Nahrung können Sie gegensteuern.

  • Durch die fehlende Bewegung durch einen Eingriff, eine Verletzung oder Krankheit baut der Körper leicht Muskelmasse ab. Diese wäre aber für einen schnellen Erholungsprozess von großer Bedeutung. Fördern Sie am besten aktiv den Erhalt und Aufbau der Muskelmasse durch eiweißreiche Lebensmittel.



Quellen:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31100877/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34242915/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30820514/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29059073/
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20130158/ 

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31567449/
https://trinknahrung.pro/mangelernaehrung/mangelernaehrung-nach-einer-op/ 

https://www.wundambulanz.at/wundheilung-foerdern-ernaehrung/ 

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23891440/